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Allgemeines

Oberflächenbehandlung von Parkett und Holzböden

Die Oberflächenbehandlung von Parkett und Holzböden richtet sich zum Einen nach dem ästhetischen Empfinden der Nutzer und zum Anderen nach der Beanspruchung der Böden.

Grundsätzlich ist zu unterscheiden zwischen Imprägnierung (das, was ins Holz geht) und Beschichtung/Versiegelung (das, was oben drauf eine Schicht bildet).

Dabei sind auch Produkte möglich, die beides machen, Imprägnierbeschichtungen, oder mehrstufige Aufbauten aus Imprägnierung und Beschichtung.

Da die handwerkliche Parkettversiegelung ein mehrstufiger Prozess ist, können heutzutage in einer Grundierungsschicht die Eigenschaften der Imprägnierung durch ein Öl mit der schichtbildenden Versiegelung durch einen Wasserlack kombiniert werden. Dabei können Kombinationen zur Anwendung kommen, die lösemittelfrei und damit sehr emissionsarm sind.

Für normale Nutzung im Wohnbereich sind grundsätzlich alle Versiegelungen und Imprägnierung geeignet, es sollte jedoch auf stark lösemittelhaltige und Formaldehyd abgebende Lacke verzichtet werden.

Wasserbasierte Lacke sind für die normale Nutzung im Wohnbereich und in spezieller Form auch für hochbeanspruchte Flächen bestens geeignet.

Öl - Lacke und Ölkunstharzlacke finden heute, aufgrund des starken Lösemittelanteils kaum noch Verwendung, sind aufgrung ihrer Elastizität besonders für neuverlegte Dielen- und Riemenböden hervorragend geeignet.

Öle sind immer und besonders bei starker Beanspruchung sinnvoll, sie sind jedoch mit einem nicht unerheblichen Pflegeaufwand verbunden, aber von der Schönheit , Natürlichkeit und Renovierbarkeit durch nichts zu überteffen. Imprägnierte Flächen müssen bei guter Pflege nie mehr geschliffen werden, wohingehend zerstörte Lackoberflächen stets neu geschliffen werden müssen um eine homogene Oberfläche herzustellen , wodurch ein nicht unerheblicher Substanzverlust entsteht.

Mit Öl/Wachs imprägnierte Flächen lassen sich nur schwer auf eine Lack - Versiegelung umstellen, da die Lacke durch die in den Fugen verbleibende Öl und Wachsreste meist mit Oberflächenfehlern reagieren. ( Fischaugen, Haftungsproblemen, etc.). Hier sind entsprechende Grundierungen sinnvoll.

Entscheidend für die Langlebigkeit einer Oberflächenbehandlung ist neben der Belastung - Begehung, Abrieb und vor allem Wasser - eine der Belastung angepasste Reinigung und Pflege in Methode und Häufigkeit. Die Reinigungs- und Pflegeanweisung des Parkettlegers ist deshalb zu beachten!

Wichtig dabei ist den Unterschied zwischen Reinigung und Pflege zu kennen.

Mit der Reinigung nimmt man was von der Oberfläche runter, typischerweise Schmutz und sonstige Verunreinigung.

Mit der Pflege bringt man etwas auf, um die Oberfläche vor Abnutzung zu schützen und die Attraktivität der Oberfläche zu bewahren.

Imprägnierungen und schichtbildende Versiegelungen haben hierbei einen unterschiedlichen Pflegebedarf.

Alle Angaben ohne Gewähr. Es gelten jeweils die Vorschriften und Datenblätter der Hersteller.

Imprägnierungen

Die Imprägnierung ist als erstes mit dem Begriff des Öls verbunden, auch synthetische Imprägnierung sind möglich.

Die gelösten Moleküle sind klein genug um in das Holz einzudringen und sich darin durch chemische Reaktion mit Sauerstoff (aus der Luft) zu verankern. 

Gegenteil: Versiegelung - Grosse Moleküle der Harze in Versiegelungen gelangen nicht ins Holz und bilden eine Schicht.

Hartöle

Synthetische oder natürliche Öle oder Harze mit Tiefenwirkung in Lösungsmitteln gelöst.

Imprägnieröle können durch Zusätze in ihren Vernetzungseigenschaften optimiert werden, sogenannte 1K Active Öle oder 2K-Öle.

Insbesondere nimmt damit die Klebrigkeit der Oberfläche deutlich schneller ab, als bei reinen Imprägnierölen. Die Oberflächen werden schneller härter und beständiger.

Das optische Erscheinungsbild einer Oberfläche mit einem 2K-Öl unterscheidet sich aber nicht oder nur geringfügig von einer 1K-Anwendung. 

Abriebfestigkeit: mittel bis hoch
Schmutzempfindlichkeit: mittel
Pflegeaufwand:mittel

Raumluftbelastung während Verarbeitung:
Starke Abgabe von Lösungsmitteln und Geruchsstoffen.

Raumluftbelastung nach Endhärte:
Geringe bis sehr geringe Abgabe von flüchtigen Substanzen.

PU - Imprägnierungen ( PU-Öl ) etc..

Da die Effektivität der Imprägnierung mit der Größe der eindringenden Moleküle verbunden ist, kann der Chemiker Imprägnierungen auch auf anderer chemischer Grundlage herstellen. Bekannt dabei sind Polyurethan-Imprägnierungen, isocyanatbasierte Formulierungen in stärkerer Verdünnung in Lösemitteln. Diese sind heutzutage in Deutschland aufgrund der Lösemittel kaum noch üblich.

Eine weitere moderne Möglichkeit sind Formulierungen auf Silanbasis.

Beschreibt sehr dünnflüssige Lacke/Modifizierungen, die sehr tief in das Holz eindringen.
Aufgrund der hohen Lösemittelanteile sehr flüchtig und schnell trocknend.
Besonders für stark beanspruchte Böden zu empfehlen.

Abriebfestigkeit: sehr hoch
Schmutzempfindlichkeit: gering
Pflegeaufwand: gering

Raumluftbelastung während Verarbeitung:
sehr starke Abgabe von Lösungsmitteln und Geruchsstoffen

Raumluftbelastung nach Endhärte:
Geringe bis sehr geringe Abgabe flüchtiger Substanzen

wasserbasierende Imprägnierungen

Synthetische oder natürliche Öle und Wachse oder Harze mit Wasser als Verdünnungsmittel.

Schmutzempfindlichkeit: mittel
Pflegeaufwand: mittel

Raumluftbelastung während Verarbeitung:
Sehr geringe Geruchsbelästigung, vermutlich geringe bis sehr geringe Abgabe von flüchtigen Substanzen.

Raumluftbelastung nach Endhärte:
Geringe bis sehr geringe Abgabe von flüchtigen Substanzen.

Seife

Natürliche Oberflächenbehandlung von Holzböden.

Das Parkett wird mit spezieller Holzseife behandelt und auch mit dieser gepflegt.
Seife besteht aus pflanzlichen Stoffen und wird meist mit Ölen angereichert.
Auch als Pflegemittel für mit Öl imprägnierte Böden.

Schmutzempfindlichkeit: hoch bis sehr hoch
Pflegeaufwand: hoch bis sehr hoch

Raumluftbelastung während Verarbeitung:
Abgabe von Terpenen bei Nadelhölzern möglich

Raumluftbelastung nach Endhärte:
geringe Abgabe flüchtiger Substanzen

Hartwachsöl

Einmal - Auftrag auf Basis natürlicher Öle mit hohem Wachsanteil, Lösemittel und Aditive.

Hartwachsöl bezeichnet zum Einen eine Kombination aus Ölen und Wachsen, die die Auftragszeit im Vergleich zur herkömmlichen Variante ( Einzelauftrag von Öl und anschließende Wachsbehandlung ) minimiert. Durch das schnelle Verschließen der Holzporen mit Wachs ist die Imprägnierung des Holzes im Vergleich geringer und damit verbunden der Pflegeaufwand höher. 

Zum Anderen werden ölmodifizierte Alkyde (Öl-Kunstharz) in Form einer Dünnschicht-Versiegelung ebenfalls als Hartwachsöl bezeichnet. Diese sind jedoch Beschichtungen und bilden einen Film auf der Oberfläche. ...siehe Versiegelung

Abriebfestigkeit: mittel 
Schmutzempfindlichkeit: mittel bis hoch
Pflegeaufwand: hoch

Raumluftbelastung während Verarbeitung:
geringe Abgabe von Lösungsmitteln und Geruchsstoffen

Raumluftbelastung nach Endhärte:
Geringe bis sehr geringe Abgabe flüchtiger Substanzen

Versiegelungen

Wasserlacke

Wasserlacke können einkomponentig (1K) formuliert werden und brauchen dann bei der Verarbeitung keinen weiteren Zusatz.

Bei 2K-Wasserlacken wird durch einen  Zusatz die chemische und mechanische Beständigkeit der Versiegelungsschicht deutlich verbessert. Durch gesetzliche Abgabebeschränkungen sind 2K-Wasserlacke der professionellen Anwendung vorbehalten.

Wasserlacke/Wassersiegel werden meist auf Basis von dispergierten Polyacrylaten sowie Polyurethanen formuliert. Optisch ergeben sich für den Kunden keine Unterschiede durch diese chemischen Grundlagen. 

Wasser dient als Verdünnungsmittel, dadurch geringe Lösemittelanteile.
Billige Wasserlacke und solche mit älterer Rezeptur enthalten oft NMP, ein Hilfsmittel zur Filmbildung. N-Methylpyrrolidon (NMP) gilt als fruchtschädigend !!.

Schmutzempfindlichkeit: gering
Pflegeaufwand: gering

Raumluftbelastung während Verarbeitung:
geringe Geruchsbelästigungen, vermehrte Abgabe von weniger gesundheitsbelastenden Substanzen

Raumluftbelastung nach Endhärte:
geringe bis sehr geringe Abgabe flüchtiger Substanzen

Acryl -Lack

Polymere aus Acryl- und Mehacrylsäure, häufig gemischt mit Alkyd- oder Epoxidharzen.

Als Polyacrylatdispersionen lassen sich heutzutage leistungsfähige Parkettsiegel herstellen.

Durch Abgabe des Verdünnungsmittel Wasser härten diese Lacke aus, und bilden eine meist offenporige Oberfläche.Weniger Licht- und Hitzebeständig. Elastizität, Haftung und Härte sind gut. Der Lösemittelanteil liegt unter 20 %. 

Abriebfestigkeit: mittel
Schmutzempfindlichkeit: gering
Pflegeaufwand: gering

Raumluftbelastung während Verarbeitung:
geringe Abgabe von Lösungsmitteln und Geruchsstoffen

Raumluftbelastung nach Endhärte:
Geringe bis sehr geringe Abgabe von flüchtigen Substanzen

PU - Wasserlack

Polyurethandispersionen gelten aufgrund der hohen Schlagzähigkeit von Polyurethanen und damit mechanischer Beständigkeit als bevorzugt für Fußbodensiegel, sind aber typischerweise durch hohe Rohstoffkosten hochpreisiger. 

wasserbasierter Polyurethanlack
siehe PU-Lack und Wasserlacke

Säurehärtende Lacke, SH-Lack

Beschreibt stark lösemittelhaltige Harnstoffharz-Formaldehydharz-, Phenolharz- oder Melaminharzlacke.

Sonstige stark lösemittelbasierte Produkte sind heutzutage nur noch von eingeschränktem Interesse. Der lösemittelbasierte Polyurethanlack (PU-Lack, auch DD-Lack) und säurehärtende Lacke (mit Formaldehydabspaltung) werden in Deutschland nicht bauaufsichtlich zugelassen.


1   Komponenten Lacke: Harze härten durch Hitze aus
2 - Komponenten Lacke: Harze härten durch die Zugabe eines Härters aus.

Sehr preiswerte Parkett-Lacke mit hoher Füll- und Haftkraft und hoher Härte. Formaldehydabspaltung auch nach Endhärte, jedoch meist nur geringfügig.

Abriebfestigkeit: mittel bis sehr hoch
Schmutzempfindlichkeit: sehr gering
Pflegeaufwand: sehr gering

Raumluftbelastung während Verarbeitung:
Starke Abgabe von Formaldehyd, Lösungsmitteln und Geruchsstoffen

Raumluftbelastung nach Endhärte:
Geringe bis sehr geringe Abgabe von Formaldehyd und flüchtigen Substanzen

Harnstoffharz - Lack

Basis sind gelöste Harnstoffformaldehydharze die durch Erhitzung aushärten.
Meist als 2-Komponenten Lack erhältlich.

Gute Füll- und Haftkraft, jedoch gegenüber Wasser und Temperaturschwankungen nur begrenzt beständig.

Wenig elastisch bis sehr spröde.
Abriebfestigkeit: mittel bis sehr hoch
Schmutzempfindlichkeit: gering
Pflegeaufwand: gering

Raumluftbelastung während Verarbeitung:
Starke Abgabe von Formaldehyd, Lösungsmitteln und Geruchsstoffen

Raumluftbelastung nach Endhärte:
Geringe bis sehr geringe Abgabe von Formaldehyd und flüchtigen Substanzen

Melaminharz - Lack

Basis sind gelöste Melaminformaldehydharze die durch Erhitzung aushärten.
Meist als 2-Komponenten Lack erhältlich.

Gute Füll- und Haftkraft, jedoch gegenüber Wasser und Temperaturschwankungen nur mässig beständig.

Wenig elastisch bis sehr spröde.
Abriebfestigkeit: sehr hoch
Schmutzempfindlichkeit: gering
Pflegeaufwand: gering

Raumluftbelastung während Verarbeitung:
Starke Abgabe von Formaldehyd, Lösungsmitteln und Geruchsstoffen

Raumluftbelastung nach Endhärte:
Geringe bis sehr geringe Abgabe von Formaldehyd und flüchtigen Substanzen

Polyurethanharzlack,PU-Lack (DD-Lacke)

Meist zweikomponentige Lösemittellacke; ergeben sehr widerstandsfähige Versiegelungen.
DD bezeichnet: Desmophen=Polyester - Desmodur= Isocyanat

Härtet durch die Verdunstung des Lösemittels ( meist Ester) und Aufnahme von Luftfeuchtigkeit fast verlustfrei aus.

Als Wasserlack, sowie als lösemittelhaltiger Lack erhältlich.
Abriebfestigkeit: sehr hoch
Schmutzempfindlichkeit: sehr gering
Pflegeaufwand: sehr gering

Raumluftbelastung während Verarbeitung:
geringe ( bei Wasserlack ) bis starke Abgabe von Lösungsmitteln und Geruchsstoffen

Raumluftbelastung nach Endhärte:
Geringe bis sehr geringe Abgabe von flüchtigen Substanzen

Kunstharzlacke

Bezeichnet alle Lacke deren Haupt - Bindemittel Kunstharze sind.

Mit Pflanzenölen kann man auch andere chemische Grundkörper modifizieren, wobei dann diese Produkte ebenfalls durch oxidative Reaktion miteinander vernetzen können, sogenannte Alkyde oder Öl-Kunstharze.

Mit diesen kann man optimierte Einstellungen herstellen. Werden die harzartigen Produkte dickflüssiger, dann stellt man mit Lösemitteln eine passende Verdünnung her. Mit der chemischen Modifizierung sind oft auch Molekülvergrößerungen verbunden, womit das Imprägnierverhalten abnimmt und das Produkt bessere Eigenschaften für die Schichtbildung bekommt, sogenannte Öl-Kunstharz-Lacke oder Alkyd-Lacke.

Der Übergang zwischen dem Imprägnieröl und dem Lack, beim Parkett auch oft Siegel genannt, ist also fließend.

Häufigste Verwendung der Bezeichnung im Zusammenhang mit Alkyd -,Urethanharzlacken, welche mit modifizierten Ölen unter Abgabe des Lösemittels und Veresterung der Alkohole aushärten (Ölkunstharzlack), schichtbildenden Hartwachsölen.

Elastischer als DD - , und SH Lacke, daher finden sie oft bei Versiegelungen von stark arbeitenden Hölzern und Riemen- und Dielenböden Verwendung. Geringe Seitenverleimung der Hölzer.



Abriebfestigkeit: hoch
Schmutzempfindlichkeit: gering
Pflegeaufwand: gering

Raumluftbelastung während Verarbeitung:
Starke Abgabe von Lösungsmitteln und Geruchsstoffen

Raumluftbelastung nach Endhärte:
Geringe bis sehr geringe Abgabe von flüchtigen Substanzen

Alkydharz - Lack

Alkydharz ist das am häufigsten verwendete Bindemittel auf Polykondensatbasis und wird mit trockenen oder nicht trockenen Ölen ( Holz-,Lein,-,Rizinus- oder Sojaöle) modifiziert.

Härten durch eine Veresterung seitens der Alkohole in Abhängigkeit der Umgebungsbedingungen aus.
Alkydharz-Lacke sind Diffusionsoffen und eignen sich auf Grund ihrer Elastizität ausgezeichnet für Dielen- und Riemenböden. Geringe Seitenverleimung.

Abriebfestigkeit: mittel
Schmutzempfindlichkeit: gering
Pflegeaufwand: gering

Raumluftbelastung während Verarbeitung:
Starke Abgabe von Lösungsmitteln und Geruchsstoffen

Raumluftbelastung nach Endhärte:
Geringe bis sehr geringe Abgabe von flüchtigen Substanzen

Urethan-Alkyd - Lack ( UA )

siehe Kunstharzlacke

Öl-Lack

Auf Basis von Holz-,Lein,-,Rizinus- oder Sojaöl unter Zugabe des Lösungsmittels Terpentin
( oder Testbenzin ) . Die Aushärtung erfolgt pysikalisch durch Verdunstung und durch die Aufnahme von Sauerstoff seitens der Ölanteile.

Gute Elastizität, jedoch mechanisch nur mässig belastbar.
Abriebfestigkeit: gering bis mittel
Schmutzempfindlichkeit: gering
Pflegeaufwand: gering

Raumluftbelastung während Verarbeitung:
Starke Abgabe von Lösungsmitteln und Geruchsstoffen

Raumluftbelastung nach Endhärte:
Geringe bis sehr geringe Abgabe flüchtiger Substanzen

Historische Parkettoberflächen

Wasserglas

Zusammensetzung:

15 Gewichtsanteile pulverisierter Quarz oder reiner Quarzsand
10 Gewichtsanteile Pottasche
1 Gewichtsanteil Holzkohlenpulver

Zubereitung:

Die Zutaten werden in einem feuerfesten Behälter gut gemengt und acht bis zehn Stunden lang geschmolzen. Nach Erkaltung wird das erhaltene Glas pulverisiert und in circa fünf Teilen siedenden Wassers unter ständigem umrühren vermischt. Das verdampfende Wasser muss durch Zusatz heißen Wassers ersetzt werden. Circa fünf bis zehn Stunden kochen bis alles aufgelöst ist und auf der Oberfläche sich eine zähe, fadenziehende Haut bildet, welche untergetaucht wird.

Das Kochen wird fortgesetzt bis sich eine homogene, gallertartige, dünnflüssige Masse gebildet hat.

Wasserglas wird stets kalt aufgetragen.

Wachsfirnis

Zusammensetzung:

4 liter weiches wasser
4 kg gelbes Wachs
1/2 kg Seife
1/2 kg Sal tartari ( Kaliumnitrat )

Zubereitung:

Das Wasser in einem feuerfesten Gefäß zum kochen bringen. Darin die gefärbte Seife auflösen und das Wachs hinzufügen.


Anschließend das Sal tatari beimengen. Die Masse gut durchrühren und das Gefäß von der Feuerstelle nehmen. Es ist sorgfältig darauf zu achten das kein Schmutz in die Mischung kommt. Wenn das Wachsfirnis abgekühlt ist, gießt man ihn ehe er erstarrt, in ein innen glasiertes Tongefäß.

Zum Auftragen löst man diesen mit einer gewünschten Menge warmen Wassers auf. Das gewünschte Verhältnis ist; 1/4 kg gewonnener Wachsfirnis auf 1 1/2 Liter Wasser. Diese Komposition wird mit dem Pinsel dünn aufgetragen und nach einiger Zeit mittels einer steifen Bürste gut auf der Fläche verteilt und danach abpoliert.

Anstrich für Tannenfußböden

Zusammensetzung:

1/2 kg Gelbholz
1/4 kg Ocker
1/10 kg Pottasche
1/2 kg gelbes Wachs

Zubereitung:

Das Gelbholz wird 24 Stunden vor der Zubereitung eingeweicht um den Farbstoff auszulösen und dann durch ein Sieb gepreßt. In die Hälfte dieser Farbenbrühe gibt man das in kleine Stücke geschnittene gelbe Wachs, setzt die Mischung auf die Feuerstelle und bringt sie unter ständigem rühren zum kochen.

Dann fügt man die Pottasche zu und läßt die Mischung abkühlen.

In der anderen Hälfte der Gelbholzbrühe wird der Ocker aufgelöst und zum kochen gebracht. Während des aufkochens die andere Mischung vorsichtig unterrühren.
Während des kochens wird fleißig umgerührt, bis zum erkalten weiter umrühren.

Verarbeitung:

In zwei oder mehreren Schichten mit dem Pinsel auftragen und danach abbürsten.

Schellackpolitur

Zusammensetzung:

18 Teile Schellack
1 Teil Mastix
1 Teil Sandarach

Zubereitung:

Die Zutaten werden in der zehnfachen Menge Alkohol aufgelöst.

Verarbeitung:

Die Politur wird mit einem Ballen dünn aufgetragen.

Lackpolitur

Zusammensetzung:

8 Teile rektifizierter Holzgeist
11/2 Teile Schellack
1 Teil Benzoe

Zubereitung:

Die Zutaten werden unter Wärme aufgelöst und dann filtriert.

Verarbeitung:

Auftrag mittels Polierballens oder feinem Pinsel.

Mattiere

Zusammensetzung:

300 g Schellack
1/2 Liter Spiritus
100 g Terpentinöl

Zubereitung:

Der Schellack wird im Spiritus aufgelöst. Das Wachs in dem heißen Terpentinöl auflösen und der Masse zusetzen.

Verarbeitung:

Die Mattiere mit einem Pinsel auftragen und mit einem wollenen Lappen aufpolieren.

Bohnerwachs

Zusammensetzung:

100 g weißes Wachs
66 g Terpentinöl
60 g Spiritus

Zubereitung:

Man übergießt das Wachs mit dem Terpentinöl und läßt dies bei geringer Hitze schmelzen.
Die Masse abkühlen lassen bis sie weißlich erscheint. Dann den Spiritus hinzufügen und bei geringer Wärme gut vermischen.

Verarbeitung:

Das Bohnerwachs wird mit einem wollenen lappen aufgetragen und poliert.

Bohnerfarbe

Zusammensetzung:

125g gelbes wachs
33 g Seife
2 Liter starke Seifensiederlauge
70 g Leim
1Liter Wasser
10 g Gummi Arabicum
1/4 Liter spiritus
120 g Satinober oder Goldocker
Statt Lauge und Seife kann auch Soda benutzt werden !

Zubereitung:

Das Wachs wird zerschnitten und mit der Seife in der Seifensiederlauge unter ständigem rühren so lange gekocht bis die Flüssigkeit weißlich aussieht.
Der Leim wird unter Zugabe des Gummi Arabicum, Spiritus und Satinober im Wasser gelöst und der Masse beigefügt.

Verarbeitung:

Die Fußböden müssen zuvor mit Leimwasser getränkt werden. Danach wird die Farbe mit dem Pinsel gleichmäßig warm aufgetragen. Nach dem erhärten mit einer Bürste glänzend reiben.

Guter Fussbodenlack

Zusammensetzung:

333 g guten Schellack
133 g bestes Kolophonium
34 g Kampher
1 1/3 kg Weingeist

Zubereitung:

Die Zutaten werden zusammen unter Wärme aufgelöst und während der Auflösung oft umgeschüttelt.

Verarbeitung:

Der Lack wird in zwei- bis dreimaligem Anstrich mit einem feinen Pinsel aufgetragen.

sonstige

Werksversiegelungen

Werkseitige Oberflächenbehandlung von Holzböden / Fertigparkett.

lackiert: meist wasserbasierte Lacke, UV gehärtet
geölt: mit Trockenbeschleuniger
Schmutzempfindlichkeit: siehe geölte / lackierte Oberflächen
Pflegeaufwand: siehe geölte / lackierte Oberflächen

Raumluftbelastung während Verarbeitung:
im Werk

Raumluftbelastung nach Endhärte:
geringe Abgabe flüchtiger Substanzen

Lauge, Bleiche

Inhaltsstoffe: Wasser, Kalk ,Titandioxid, Tenside, Kalilauge, Gummi arabicum, Xanthan, Methylcellulose, Citrat Öle und Alkohol in unterschiedlichen Zusammensetzungen ( Volldeklaration des Herstellers anfordern )

Lauge ist in unterschiedliche Ausführungen für Laub- und Nadelhölzer erhältlich.
Bleicht die Oberfläche und verhindert das Vergilben.

Muß mit Seife oder Ölen endbehandelt werden.

Beize

zur farblichen Gestaltung von Parkett und Holzböden.

Beize ist in vielen Farbtönen erhältlich , die meist auch untereinander gemischt werden können.

Das Beizen von Parkett und Holzböden ist nicht unproblematisch und führt bei schlechter Pflege und der damit verbundenen Abnutzung der Oberflächen schnell zu einem unansehnlichen Mix aus natürlicher Holzfarbe und Einfärbungen.
Die Endbehandlung kann sowohl mit Imprägnierungen, als auch mit Versiegelungen vorgenommen werden.

Je nach gewünschter Farbwirkung, können unterstützend/ alternativ zur Beize pigmentierte Öle eingesetzt werden, da diese leicht in der Anwendung und Pflege sind und eine homogene Farbveränderung bewirken.